Albanien hat eine Wüste. Okay – nicht wirklich eine Wüste, aber wenn du das erste Mal davor stehst, fühlt es sich genau so an: Sanddünen, die sich einen Felshang hochziehen, direkt am Meer. Der Ort heißt Rana e Hedhun – auf Deutsch „geworfener Sand” – und liegt nur ein paar Kilometer nördlich von Shëngjin. Ich bin gerade dort in der Gegend unterwegs und habe mir das Ganze zu Fuß angeschaut.
Das komplette Video dazu findest du hier:
Der Weg: knapp 7,5 Kilometer zu Fuß
Ich bin ja manchmal voll der Freund davon, einen Weg einfach hinzulaufen und für den Rückweg dann zu schauen, wie ich zurückkomme. Von meiner Unterkunft in Shëngjin bis zu den Dünen waren es knapp 7,5 Kilometer – immer die Küstenstraße entlang, auf der einen Seite die Berge, auf der anderen das Meer.
Langweilig wird der Weg nicht:
- Unterwegs reihen sich Hotels, Resorts und Campingplätze aneinander – auf den Stellplätzen habe ich Camper aus Deutschland, Polen, Italien und Kroatien gesehen. Die wissen offenbar alle, warum sie hier runterfahren.
- Überall am Straßenrand gibt es kleine Stände mit Getränken, Snacks und Strandzeug – verdursten wirst du hier also nicht.
- Als ich da war, lief am Strand gerade das Union Festival – von Weitem klang das wie eine Rave-Party, dazu Jetskis auf dem Wasser. Ob das öfter stattfindet, weiß ich nicht; es war jedenfalls ein ganz normaler Montag.
Irgendwann hört die Straße einfach auf, und es geht auf einem Sandweg runter Richtung Meer. Spätestens da wird die Aussicht crazy: vorne der Strand, hinten die Berge – und in der Ferne siehst du schon den hellen Sand der Dünen.
Ankommen: Sand, der dich nicht mehr loslässt
Das letzte Stück hat es in sich. Der normale Weg war komplett versandet, und sobald du in den Dünen bist, sinkst du mit jedem Schritt gefühlt drei Zentimeter ein. Ich sag’s ehrlich: Es war ein Akt, da hochzukommen. Aber dann sitzt du oben auf einem Felsen, schaust auf beide Seiten der Küste runter – und weißt genau, wofür du gelaufen bist.
Pure Natur. Du hörst nur die Wellen und denkst einfach an gar nichts.
Ein paar Dinge, die mir oben aufgefallen sind: Am Hang stehen vereinzelt kleine, teils selbstgebaute Unterkünfte (ob privat oder Airbnb, konnte ich nicht erkennen), an den Felsen krabbeln Krebse rum, und ein Stück weiter oben ginge es sogar noch höher – das habe ich mir bei der Hitze aber gespart. Stattdessen: direkt vom Strand ins Meer. Salzwasser, Abkühlung, perfekt.
Strandbars, Quads und Angler
Zurück am Strand verteilen sich mehrere Beach Bars – ich habe es mir in einer mit Schaukelstühlen gemütlich gemacht, was getrunken und eine Kleinigkeit gegessen. Wer mehr Action will: An einem Stand habe ich ein Schild gesehen, dass man Quads und Jetskis mieten kann. Und dazwischen sitzen einfach Menschen mit Stühlen am Wasser und angeln. Es ist wirklich ein sehr, sehr entspannter Ort.
So kommst du hin
Wichtig zu wissen: Einen öffentlichen Bus direkt zu den Dünen gibt es derzeit nicht. Du hast also diese Möglichkeiten:
- Zu Fuß von Shëngjin – wie ich, knapp 7,5 km die Küstenstraße entlang. Dauert seine Zeit, aber du nimmst den ganzen Weg mit.
- Mietwagen – die Straße führt fast bis zum Sandweg, geparkt wird an den Beach Bars bzw. am Straßenende.
- Taxi aus Shëngjin – auch praktisch als Rückweg, wenn du nur eine Richtung laufen willst (genau das ist mein Ansatz: hinlaufen, zurück fahren lassen).
- Mitfahrgelegenheit – auf der Strecke ist ordentlich Verkehr Richtung Strand, gerade in der Saison.
Meine Tipps für Rana e Hedhun
- Genug Wasser mitnehmen. Mir war maximal heiß – und der Weg durch den tiefen Sand macht es nicht besser.
- Zeit fürs Meer einplanen. Nach dem Aufstieg ist der Sprung ins Wasser das Beste überhaupt.
- Nicht nur die Düne, auch den Weg genießen. Strand auf der einen Seite, Berge auf der anderen – Albanien hat einfach eine richtig schöne Natur.
Wenn du in der Nähe bist: Fahr da hin. Oder lauf – so wie ich. Und wenn dir die Wege gefallen, die ich gehe, dann schau auf meinem YouTube-Kanal vorbei – da erwarten dich als Nächstes übrigens Videos aus Thailand.
Schön, dass du da bist.